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Und du so? [Sachbuch] Erfolg in Studium und Karriere - Fit durch Selbstcoaching

October 30, 2017

Schmunzeln, Aha-Erlebnisse: Natascha Miljkovic, René Merten mit Regina Fenzl und Katrin Miglar: "Erfolg in Studium und Karriere - Fit durch Selbstcoaching", ©2017 Verlag Barbara Budrich, Opladen & Toronto 

 

 

Sechs Jahre, nachdem ich selbst mein erstes Studium abgeschlossen habe, landet ein Rezensionsexemplar dieses Buches in meinem Briefkasten. Und nun, an einem Punkt, an dem ich vieles, bei weitem nicht genug gelernt habe, darf ich ein paar Worte über diesen klugen, amüsanten und sehr anwendbaren Ratgeber "Erfolg in Studium und Karriere: Fit durch Selbstcoaching" schreiben.

 

Die drei Autorinnen und der Autor, Natascha Miljkovic, Regina Fenzl, Katrin Miglar und René Merten, arbeiten selbst seit vielen Jahren im Bereich der (Erwachsenen)Bildung und kennen die Herausforderung, das richtige Studium, den sinnstiftenden Beruf und - ganz allgemein - den individuell glücklich machenden Karriereweg zu finden.

 

Das Buch ist in 4 große Blöcke geteilt: KOMPETENZEN, STUDIUM, KONTAKTE und KARRIERE.

 

Das Ich und die Anderen: Warum Hadern und Netzwerke Identität stiften

Bild: Hugues de BUYER-MIMEURE / Unsplash

 

Im Abschnitt KOMPETENZEN erhalten Leserin und Leser Anregungen, die eigenen Fähigkeiten zu identifizieren und darauf aufzubauen. Niemand kann alles - aber jeder etwas, und zwar besonders gut. Dass dieses Portfolio nicht in Stein gemeißelt ist, versteht sich ebenfalls von selbst.

 

Das Kapitel STUDIUM beschäftigt sich mit unterschiedlichen Lernstrategien für unterschiedliche Typen Mensch. Wer hier einen "Leitfaden für die Gedächtnis-Mast" erwartet, liegt falsch: Vielmehr ermutigen die Autoren dazu, eine individuelle Study-Life-Balance zu finden. Neben Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten findet man aber auch etwas Wesentliches, und zwar die Anmnestie für den Irrtum. Das Unterkapitel "Studienübergänge sind auch Gänge" von René Merten ist wohl ein Vergnügen für alle, die selbst ein Studium wechseln wollen, gewechselt haben oder zumindest immer wieder mit ihrer Wahl hader(te)n. Hier der Impuls, auch scheinbar "falsche" Entscheidungen als unverzichtbaren Teil des individuellen Werdegangs anzuerkennen. Es sei denn, es gab keine guten Gründe, sie zu treffen - dann lohnt es, wieder einmal den eigenen Prioritäten aufzuspüren.

 

Sehr gut gefällt mir der 3. große Block KONTAKTE. In vielen Karriere-Ratgebern ist diese menschliche, scheinbar so simple Komponente außen vor gelassen, vielleicht unter der Annahme, dass sie selbstverständlich oder nebenbei passiert. Aber dass ein gutes Netzwerk, das einen beruflich und menschlich weiterbringt, am besten von Studienzeiten an gepflegt werden will, ist definitiv ein Kapitel wert. Was sich in Freundschaften bewährt, gilt auch für berufliche Kontakte: Aufrichtiges Interesse, Nachfragen, sich an Erzähltes erinnern - so banal es erscheint, das Fundament für ein beständiges Netzwerk ist nicht allzu schwierig zu errichten. Es erfordert aber Konsequenz.

 

Im Abschnitt KARRIERE schließlich geht es um die eigene Jobidentität, den Arbeitsmarkt und darum, dass man manches steuern kann - anderes aber nicht. Neben handfesten Bewerbungstipps finden Leserin und Leser auch ein Unterkapitel zu Selbstmarketing, was sicher nicht jedermanns Sache ist, aber tendenziell wichtiger wird.

 

Schreibend begreifen

 

Am Ende jedes Kapitels widmen sich Regina Fenzl und Katrin Miglar der Rolle, die das Schreiben im jeweiligen Themengebiet einnimmt. Einerseits thematisieren sie in "Schreiben für die eigene Weiterentwicklung" den Wert, den Schreiben für Denkprozesse, Kritikfähigkeit, Geduld und Sitzfleisch haben. 
In "Schreiben im Netz" erläutert Fenzl, welche Stile und Textgattungen im Web funktionieren, wie sie ins Auge fallen, geklickt und gelesen werden. Außerdem erklärt sie, warum ein schlüssig gestalteter Blog, sei er mit privaten "Happen" oder professionellen Postings gefüllt, berufliche Vorteile, Möglichkeiten der Vernetzung oder auch einen Vorsprung beim Bewerbungsverfahren verschaffen kann.
Zuletzt bringen Fenzl und Miglar auf den Punkt, was dieser ganze Hype um das geschriebene Wort soll, und zwar in "Schreiben für die Karriere": Denn wer ein wohlformuliertes, authentisches und überzeugendes Motivationsschreiben verfassen kann, ist beim Bewerbungsprozess echt im Vorteil.

 

Tue ich, was mich glücklich macht?

Bild: Ivana Cajina / Unsplash

 

Die vielen praktischen Übung im Buch sind sinnvoll und gut platziert. Sie werden in den Text integriert, sodass man, anstatt sofort weiterzulesen, kurz unterbrechen und in die Praxis eintauchen kann.

Autorinnen und Autor legen offensichtlich alle viel Wert auf Sprache. Und damit haben sie Recht! Zu hören ist es ständig, dass Sprache der Schlüssel zu gegenseitigem Verständnis ist, zu Austausch und Gemeinschaft, aber auch zu beruflichem Erfolg. "Erfolg in Studium und Karriere" - ohne entsprechende Sprachskills unmöglich. Die Herausgeber dieses Buches wissen um die Macht der Worte und vermitteln dies auch ihrer Leserschaft.

 

Stilistisch ist die Lektüre von "Erfolg in Studium und Karriere" ein Genuss. Alle Autoren verzichten auf Sachbuch-Sprech, schreiben nahbar und mitunter im freundlichen Plauderton. Argumentation trifft den Appell ans G'spür. Die praktischen Übungen holen Leser und Leserin ins Boot: Hier wird niemand belehrt, sondern eingeladen, auf Nabelschau zu gehen. Ein inspirierendes Buch für alle, die zweifeln oder gerne noch mehr Gewissheit hätten und die ihre Karriere- bzw. Lebenspläne kritisch beäugen und auf Authentizität prüfen möchten. 

 

 

 

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