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Desolé, dein Vermächtnis ist Altpapier

March 9, 2018

 

Muss es nicht der größte Schmerz sein für die Schreibende, zu wissen: Diese Spuren werden nie von Bedeutung sein?

 

Leichter noch ist's für die, die keinen Nachlass irgendeiner Art haben ... Doch für diejenige, deren Leben in fünfzig, hundert Notizbüchern erfasst und Wort geworden ... es ist eine beklemmende Traurigkeit, diese Vorahnung. Warum aufheben? Wozu, für wen? Weil sie dein Leben sind? Aber wen soll das später interessieren, wenn nicht die, die's gelebt hat?

 

Das Leben, ein Notizbuch,
eher dünn, unaufgeregt,
ein, zwei hübsch gestaltete Seiten und ein
Cover, auf dem alle unsere
Namen stehen, die wir
über die Jahre getragen haben.
Es ist lose gebunden, aber es hält.

 

Irgendwann findet es einer,
auf dem Dachboden oder
hinterm Schrank. Mit zärtlicher
Ehrfurcht hebt man es raus,
wischt den Staub vom Einband,
vergisst es dann.
Nichts existiert wirklich jenseits des Augenblicks.

 

J.K, 01/2017. Was ändert sich schon?

 

Lesung, 8.3.2018, Buchhandlung Orlando:

"Schafft euch Schreibräume!" von Judith Wolfsberger

 

Räume zum Schreiben! It really is that simple: die physische Ebene, das Vier mal Vier eines Schreibtisches of one's own, das Zimmer, an deren Tür nur klopft, wer eingeladen ist. Die ekstatische Energie von Frauen, die gemeinsam den Stift aufs Papier und die Finger auf die Tasten setzen. Ein inspirierender Abend unter begeisterten Frauen, die sich gemeinsam Raum nehmen. Ein Aufwind für den Mut, das Machen!

 

Aber ach, dieses Ringen mit dem Traum.

 

 

Virginia legt das Schreibbrett auf ihrem Schoß ab und dreht den Kopf, nur leicht, bis sie über ihre Schulter blicken kann. Da steht Arjuna. Hat sie ihn kommen hören? Er ist schon länger da, hat sich still verhalten. Nachgedacht. Die letzten Worte Krishnas klingen ihm noch in den Ohren.

 

Gerade will er ansetzen und rezitieren, da schüttelt Virginia sanft lächelnd den Kopf. "Nicht mir", sagt sie, "ich weiß es schon. Ihr dort musst du es sagen."

 

Mit dem Kopf zeigt sie auf mich. Ich ahne, was jetzt kommt. Aber hören muss ich es trotzdem; wie alle, die die Wahrheit schon fühlen, bevor der Verstand endlich nachgibt.

 

Vergebens trachtest du, mein Freund
dem Bruderkampfe zu entfliehn,
Unmöglich kannst du, Tapf'rer, dich
dem Walten der Natur entziehn.
Es bindet dich, o Kunti's Sohn,
der angeborene Beruf;
Auch wider Willen musst du tun
wozu dich das Gesetz erschuf.

 

Baghavadgita, Achtzehnter Gesang, Vers 59-60

 

 

 

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