• Johanna Kompacher

Schreiben: selbstreferenziell


Ich glaube, keine Frau kann ganz losgelöst von ihrer Biografie schreiben. Darum kommen viele der gewagtesten, der realitätsfremdesten Geschichten aus Männerhand. Für die Autorin ist das größte Rätsel eben die menschliche Einbettung. Und die größte Aufgabe die Harmonisierung dessen, was ihr mitgegeben wurde und was sie aus sich selbst herausschöpft. Immer mit der Frage: Wovon kann ich mich befreien? Als Tochter, als Mutter, als Frau ohne Referenzpunkt - wo, hinter dem anderen, beginne ich? Wo ende ich? Der Mann, oftmals, erzählt Geschichten. Für die Frau ist Schreiben immer auch der atemlose Versuch, sich selbst endlich durch die eigenen Augen zu sehen.

"Nur wenn ich schreibe, fühle ich mich frei. Nur dann."

Linda Boström Knausgård im Gespräch mit dem literaturcafé


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